Urlaubsbericht 4. bis 19. Juni 2005

 

Kleinfamilie Boettcher legt Samstag Mittag in Berlin ab: Ziel SY BASTARD im MYCR e.V. Nachdem wir in Rostock bei Sturm 3 Tage am eigenen Steg eingeweht waren, die BASTARD eine Felix Strandaußendusche mit demontierbaren 150 Ltr. Zusatzfrischwassertank bekam, segelten wir danach sehr gut gen Osten.

 

Darsser Ort > Neuendorf/Hiddensee > Lohme/Rügen > Sassnitz/Rügen > Lauterbach/Rügen

 

Es war eine interessante Erfahrung für die ganze Familie, wenn der Felix bei 8 Bft. in der Vorschifskoje beim Mittagsschlaf in jeder Welle 50 cm fliegt...

 

Zum Darsser Ort ging es mit Halbwind und 3-4 Bft sehr gut, der Nothafen darf ja nur einen Tag angelaufen werden, wir verließen ihn kurz vor Umweltvertragsstrafe um 10.55 Uhr (als letzte Yacht und das mit Baby *lach*). Guter Halbwind SE brachte uns dann aussen um den Dornbusch herum nach Hiddensee. Mit 30 grd Krängung und 8 kn Fahrt in der Fahrrinne an den vorsichtig motorenden Charteryachten vorbei lässt massenhaft Glückshormone frei. Vitte kennen wir, also Blinker links nach Neuendorf. Kaum geblinkt schon bremst dieser blöde Sandboden ab *Kenner wissen was wir meinen* und rein nach Neuendorf. Uiuiui, hier sind die Boxen breit, aber nicht wirklich tief! Kleines Hafentheater - eigentlich hätten wir bei den Hiddensee-Fährpassagieren kassieren sollen, dann rückwärts in die wohl einzige Box mit ausreichend Wasser unterm Kiel. Fahrrad leihen, Sonnenuntergänge ala Hiddensee, hier kann man und vor allem Felix schön verweilen. Alle Neuendorf Restaurants auf Kinderfreundlichkeit testen. Irgendwann fällt einem aber die Decke, äh Neuendorf auf den Kopf. Ablegen Kurs Lohme. In der Außenrinne Dornbusch war klar: kleines Vorsegel ist erstens richtig, ein Reff im Gross wäre noch besser, gesagt getan, zwei Reffs, um es vorweg zu nehmen wären noch idealer gewesen. Was folgt ist Felix erster Mittagsschlaf in 35 grd Krängung bei Spitzen von 7 Bft. vor Arkona an der *rotwerd-es ist uns beiden unangenehm* KREUZ! Die Welle war ich weiss nicht wie hoch, jedenfalls so gross, dass der Kleine jede von ihnen schlafend (!) mit einem 50 cm Flug erlebte. Für alle Zeigefinger erhebenden Freunde: der Wetterdienst hat auf allen Kanälen genau die Hälfte Wind angesagt. Egal, in Lohme liegt man extrem geborgen, netter Hafenmeister, aber lange Treppe in den Ort. Steffen radelt 10 km durch das bergige Jasmunder Biosphärenreservat nach Sassnitz, was im nachhinein Blödsinn war, denn der nächste Schlag brachte uns mit Schiff genau bis hier her. Wettervorhersage: 3-4 Bft in Wahrheit hatten wir zuletzt 1 Bft und uns dann für den Dieselwind entschieden. Traumhaft am Königstuhl vorbei motort. Sassnitz ist gar nicht so schlecht wie erwartet, aber auch nicht der Knaller für einen ganzen Urlaubstag. Also ablegen. Nicht ganz ideal ist die Windrichtung SE-SSE, aber 4, max. 5 Bft sind OK. Soweit die Theorie der Vorhersage des 8.00 Uhr Wetter-Telex. 8 Uhr und 10 Minuten folgt eine Sturmwarnung für das Seegebiet östlich Rügen. Die Meldung haben wir verpasst. Es ging außerordentlich schnell und schön um das Nord- und Südperd Richtung Greifswalder Bodden. Die Welle war diesmal aber OK, da Binz, Sellin und das Mönchgut auf Rügen uns Deckung gaben. Aber der Wind nahm extrem zu, tat aber scheinheilig nett: in der blöden Greifswalder Bodden Osttief Rinne um den Thissower Haken nahm er soweit ab, dass wir ausrefften. Es war wie bei der versteckten KameraJ kaum war das Reff raus, hackte es los. Diesmal ohne Erbarmen und bis zum bitteren Ende. Der Greifswalder Bodden hat keine hohe Welle – aber dafür ein so kurzes Hackeding, dass man nicht aussteuern kann. Krach, rums, krach rums, kurz vor der Insel Vilm hätte (wir sahen den Hafen schon) das 2. Reff rein gemusst, war uns aber zu viel Arbeit. Da wir abfallen konnten, nahmen wir die Fock runter und sind unter Gross mit 9 Kn speed die Fahrrinne entlang geheizt. An allen Einheimischen vorbei – wir kennen uns ja aus, waren zwar noch nie hier aber egal *ohgott ohgott ohgott, hat das Ding keine Handbremse?* Ach guck mal, da neben uns badet ja einer – hä der steht? Super Sonne, Wind bis 19 m/sec. (was auf meiner Scala 8 Bft. sind, aber ich kann mich auch gerne täuschen:) alles paletti: Gut, Navigator Trixi wählte eine Einfahrtsvariante für den Stadthafen von Lauterbach zwischen Strand und einem ungekennzeichneten Steinhaufen. Das sieht auf der GPS-Tracker-Route recht gewagt aus.  Aber im nachhinein lacht man ja über so etwas und ist stolz (eine einheimische Segelschule hat wenige Stunden später vergessen, dass sie 2 m Tiefgang hat und konnte daher auf diesem Steinhaufen schon mal vorab das Anlegemanöver durchdenken) da liegen wir nun. Erst sehr nett aufgenommen am Chartersteg im Stadthafen, verlegten wir uns nach der Rund Vilm Regatta in den Im-Jaich Ferienwelt- Yachthafen. Wunderschöne grosse Marina, ordentlich Wasser unterm Kiel und nette Badebuchten in der Gegend. Hier bleibt die BASTARD nun einige Woche auf Entdeckungstour liegen.

 

Unser Dank gilt Paul, der für Felix eine super starke Vorschiffs-rohr-koje entwickelte, die besser als jedes Trampolin weich in den Schlaf schaukelt. (die Eltern sind neidisch, Praxistest erfolgreich bestanden), SamSails Christian Friedrich, der in Windeseile die Kojenbespannung dafür fertig machte, Gunnar&Crew, die den BASTARD-Bus auf den Rügendamm brachten, allen Gastronomen, die abends eine verhungerte Seglerfamilie beköstigten und im Anschluss Fischstäbchenreste vom Kindersitz kratzen mussten, der Segelschule Dänholm Süd, die uns einen längeren Liegeplatz ohne zu zögern anboten und allen, die Verständnis dafür hatten, dass ein Familienboot ohne senile Frühbettflucht als letztes aus einem Hafen ausläuft und dennoch als erstes im Zielhafen ankommt :)

 

TRIXI-STEFFEN-FELIX

 

Impressionen aus dem Urlaub:

http://mycr.de/bildergalerie/Urlaub2005

 

Felix an Bord (neu ergänzt):

http://mycr.de/bildergalerie/Felix_onBoard