Pfingsten 2005 > BASTARD

 

 

Pfingsten ist in Rostock beinahe legendär und dadurch Pflicht. Also nicht das Pfingstfest selber, das kommt und geht auch ohne uns alle schon seit vielen hundert Jahren, sondern die Teilnahme an der Kühlungsborn „Europa Hotel Trophy“ Regatta. Viel wichtiger als das Race selbst aber ist, wie wir alle wissen, eine anständige Vor- und Nachbereitung und darin sind wir spitze!

 

Freitag, 13. Mai 2005

Man nennt es Meldung. OK, selten steigen bei einer Meldung die Havana Club Importe in Deutschland derart, wie just hier. Dabei sei erwähnt, wir haben natürlich unseren Felix „verkauft“. Über das natürlich lachen wir uns noch heute schief. Der kleine Wurm mit seinen 9 Monaten fehlte uns von der ersten bis zur letzten Sekunde. Dafür aber haben wir unsere Familie geschützt. Wäre er an Bord gewesen – soviel vorweg: das Jugendamt Kühlungsborn hätte ihn ganz sicher direkt von Bord in ein Kinderheim geholtJ

 

Samstag, 14. Mai 2005

Komisch verschlafen sehen alle aus. Handy klingelt, Schmidtis Vati meldet sich krank. Uns steigt die Schamesröte ins Gesicht. Gestern noch war Detlef für die gesamte Pfingst-Bunkerung der BASTARD zuständig und hat seinen Job mehr als gut erledigt. Schade, aber einen brauchen wir dann noch: Blick durch den Hafen lässt erkennen: die Nordyn ist extrem überbesetzt. OK: zwei weibliche Crewmitglieder trennen ist doof. Das sind sich Skipper der Nordyn und der Bastard einig. Kurzum: Speiche wird verpflichtet und hat 4,5 min Zeit seine Klamotten an Bord zu bringen und den Schlafsack zu vergessen. Ablegen.

 

Start 11 oder 11.30 Uhr – da sind sich bis heute nicht alle einig J - läuft bei uns echt gut. Wer sind eigentlich WIR?: Trixi & Steffen (MYCR+YCBG), Niels (SVTR), Schmidti (MYCR), Speiche (SVTR).

Uwe haben wir auch als Torstartboot dennoch seinen Heckkorb dran gelassen. Ehrensache, sind ja VereinsfreundeJ

 

Start, Spi hoch und in einer Abdeckung von über 70 Schiffen ab Richtung Kühlungsborn. Hä, wir so weit vorne? Wo bleibt die FastWave? Na da gab es wohl unterschiedliche Startzeitinterpretationen. Aber der Renner ist ja nicht aufzuhalten, pflügt durchs Feld und hat uns etwas vor Heiligendamm. Zeitgleich holen wir die noch vor uns liegende Mumme vom ROYC und die Luffe Feile aus Kühlungsborn. Hat sich hier nicht jemand gegenüber der Ostseezeitung schon vorab als Gesamtsieger gefeiert? Naja, wer solchen Druck auf sich nimmt ist selber Schuld. An der Bahnmarke (ich glaube die FastWave hat schon erste Cocktails geordert), haben wir so sauberen Abstand als 2. Schiff, dass wir alles wie auf Fahrtentörn ruhig angehen. Der Wind hat ordentlich zugelegt. Haben wir aber nicht mitbekommen. Hätten wir aber können, neben uns lag ein Schiff nach dem anderen auf der Sonnenschußseite – nur wir Idioten lassen die Genua 1 auf dem Vorschiff liegen. OK, das Segel denkt mit und geht nach der Marke nicht hoch. WIIIIIE nicht hoch?????? Na klemmt. Punkt aus. Wechsel auf Genua auf Spi-Fall in einer Tuckerwelle, da ist die Mumme schon ran. Genua hoch. Doch da fehlen 20 cm Vorstagdurchsetzung. Na das kann ja hoch am Wind nix werden. Mumme zieht mit einem Gemisch aus menschlichen und tierischen Tönen wie nie erlebt vorbei. Gut jeder befriedigt sich anders J. Wir halten die Luffe Feile noch souverän trotz grosser Vorschiffsbaustelle und überlegen, wie wir am schnellsten (das nämlich ist unsere Befriedigung) den Cocktailstand erreichen. Das macht ohne Segel dann am besten unter Maschine. Soweit die Theorie. Die Praxis verlegt dann doch die Spi-Schot direkt in den Drehflügelpropeller und lässt in quasi schon in der Stranddünung einfach anhalten. Motor aus. Segel hoch – auch Theorie, Wind ist nicht wenig dafür die Welle aber und es weeht sideshore. Da gehen Segel nicht so gut hoch. Boote ohne Segel und ohne Motor steuern sich aber auch blöd. Kurzum: Seenotkreuzer bleibt liegen, Segel geht hoch – wir segeln rein, der Oststeg wird schon frei sein. Fender raus, Festmacher ran – was ist das? Europatreffen der Grand Banks Motorjachten. Keine billiger als ne halbe Million Euro und wir hämmern unter Segel rein. Na toll. Halse, Aufschießer, Fender wechseln Seite und rein in eine Box. Man nennt das Manöver des letzten Augenblicks. Die Spring stoppt den BASTARD Bug 50 cm vor dem Betonsteg sanft in die Kugelfender, die gar nicht mehr so kuglig wirken. Plop – Bier auf und Havana Gemisch herstellen! Das war geil: unsere Ferienwohnung schwimmt noch! Vom Havana Gemisch müssen sich wohl Taucher im allgemeinen Angezogen fühlen – um die Ecke biegt ein Schlauchboot mit 10 Tauchern auf dem Weg zum Showtauchen. Wir beschliessen gemeinsam die Show an unserer Schraube durchzuführen. Messer werden gewetzt und blubberblub los geht’s. Ende gut alles gut.

Weiter wollen wir vor allem nicht persönlich ins Detail gehen. Ich sage nur soviel: in einer ortsbekannten Disko ist die Besatzung u.a. der BASTARD nicht mehr am Türsteher vorbei gekommen. Aber wir kennen ja Alternativen und verwandeln dann eben eine biedere Kneipe in eine nunja Partyhölle trotz aller Ermahnungen. OK, man schenkt ja auch keinen Sekt wie am Ballermann über Strohalmleitungen aus Siegertrophäen aus...Die BASTARD war irgendwie daes Jugendabteilungs-Party Boot mit zwischenzeitlich über 20 Personen an Bord. Ausserdem mussten gegen 3 Uhr früh Reden über das Zusammenspiel von Biolek-Papst-Kohl und Schröder gehalten werden, die neuen Cockpit speaker beschallen den Hafen vorzüglich. Das hält uns nicht davon ab, trotz Sauwetter am nächsten Tag gleich an der Mole den Spi zu ziehen und ab nach Poel zu surfen... Crewtausch: Speiche geht, David kommt. Haben beide was gemeinsam: keinen Schlafsack dabei, decken sich mit Segelsachen und Schwimmweste zu und bestehen auf den Inbetriebnahme der Standheizung.

 

Toern nach Poel:

Strecke gut, Abend ruhiger – naja, sind ja alle nicht mehr 14. Ohhhh Navigator: der Rückweg ist ja lang. Toll, dass der Wind in der Nacht auf West gedreht hat. Also gut für den Heimweg, weniger gut für Steffens Nachtruhe. Aber Niels ist wieder 100% da und nimmt seinen alten Platz am Rohr ein: Spi hoch und ab nach Hause – das ist ja wie Windrichtung auf Bestellung. Nächste Mal nehmen wir aber doch auch den fetten FRA Spi mit (kenner wissen was ich meine) und ne kleinere Race-Fock, die doch größer als die Sturmvariante ist macht sich auch im Mai manchmal gut J.

 

Harri Hirsch von der Seebahn.

 

Race Bilder: http://mycr.de/bildergalerie/Bastard-Pfingstregatta2005

Party Bilder: http://www.ger4854.de/Pics/pfingstparty05/index.htm

Toern Bilder: http://mycr.de/bildergalerie/Pfingst-Toern05